Es grünt und sprießt.

Nun haben wir unseren Acker schon zwei Wochen, und bislang war doch ziemlich viel zu tun. Da sich auf dem Platz früher eine Wiese befand, gab es trotz ordentlich umgepflügtem Boden noch einiges an Graswurzeln zu ziehen, die recht hartnäckig immer wieder die Köpfe durch die Erde recken.
Zudem hat der Hagel in der ersten Maihälfte die Salatpflanzen geschreddert, so dass wir erst mal ein wenig nachpflanzen mussten.

Für alle zusammen gibt es nun eine kleine Holzhütte mit gemeinschaftlichem Gartengerät und Gießkannen, außerdem einen Wasserkanister (wurde bisher noch nicht so oft benötigt…) und eine großer Picknicktisch mit Bänken zum Pausieren.

Wir mussten uns dann doch erst mal ein paar Sachen anlesen, wofür ich dieses Buch wärmstens empfehlen kann. Es sind viele gute Basis-Infos für Anfänger drin, außerdem ist es mit schönen, alten Zeichnungen (welche ich für Naturbücher ohnehin viel geeigneter finde als Fotos, da exemplarischer) sehr toll bebildert. Das Gemüse ist in unterschiedlichsten Wachstumsphasen abgebildet, so dass auch ahnungslose Städter wie wir früh wissen, was genau da eigentlich gerade wächst.
Außerdem lernt man, welche Gemüsesorten man am besten nebeneinander pflanzt, damit sie sich gegenseitig vor Schädlingen schützen. Das Feld ist zwar bereits vorbepflanzt, aber im Laufe des Sommers werden wir ja einiges nachsäen/-setzen.

Die Gemeinschaft auf dem Acker ist auch sehr nett, es sind viele Familien dabei, aber auch einige jüngere Pärchen und ein paar sehr sympathisch wirkende ältere Käuze. Tauschangebote für jeweils beliebtes oder eben auch weniger begehrtes Gemüse wurden schon ausgehandelt.

Wir hoffen nun, dass sich das Arbeitspensum bald auf die angegebenen 1-3 Stunden pro Woche einpendelt und freuen uns auf die Radieschen, denn die sind bald als erstes erntereif.

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Ab dem Sommer sind wir Bauern.

Am Freitagabend machte ich mit meiner Mutter einen Waldspaziergang. Als wir an einer großen Wiese vorbeikamen, standen da zwei junge Männer, von denen mir einer ein Prospekt in die Hand drücken wollte. Ich dachte schon „yay, jetzt wirste schon mitten im Busch mit Werbung belästigt“ und lehnte freundlich ab. „Da geht’s um ’nen Acker zum Selbstbewirtschaften!“ rief mir einer von beiden hinterher. Ich also mal flink zurückgesputet und mir mit einem freudigen „Oh! Dann doch!“ so einen Wisch gegrabscht.

Der Freund und ich sind von der Idee ziemlich begeistert. Das Konzept ist ganz simpel:
Man mietet sich zum Preis von umgerechnet 40 € pro Monat 40 m² Ackerland. Dieses ist bei „Inbetriebnahme“ bereits mit rund zwanzig Gemüsesorten in Bioqualität bepflanzt und wartet nun darauf, dass wir es hegen und pflegen und, natürlich  das Beste: Ernten.
Im Preis mit inbegriffen sind außerdem regelmäßige Beratung, weitere Pflanzpakete zum Nachsäen, alles Nötige an Werkzeug sowie Wasser und Dünger. Außerdem gibt es einen gemeinschaftlichen großen Kräutergarten.
Perfekt, dachten wir uns. Der zukünftige Acker liegt keine acht Minuten Radweg von uns entfernt, und fünf Euro pro Person und Woche für Biogemüse sind ein Witz. An Arbeit müssen wir wöchentlich mit ca. 1-2 Stunden rechnen, in der Hochsaison etwas mehr, im Spätherbst deutlich weniger.

Noch schöner wurde das Ganze dann heute, als wir erfuhren, dass gute Freunde sich dort ebenfalls einen Anteil gesichert haben. Wir werden uns nun also erkundigen, ob unsere Felder direkt nebeneinanderliegen könnten. So können wir Gemüsesorten bei Bedarf tauschen und uns, wenn eine Seite z.B. mal durch Urlaub o.ä. ausfallen sollte, gegenseitig aushelfen.
Ich sehe uns da schon mit den Freunden in ollen Karohemden in der Sonne an einem lauen Sommerabend, die eine Hand voller Kartoffeln, in der anderen ein kühles (Malz)Bierchen.
Und freue mich sehr darauf.

Wenn das für Dich auch spannend klingt, schau mal hier, vielleicht gibt es sowas ja jetzt oder bald auch in Deiner Nähe. Hier noch ein kleines Video dazu: